Unterschiedliche Lebensmittelqualität

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Unterschiedliche Lebensmittelqualität

16. 02. 2017 15:08

Am Dienstag veröffentlichte das slowakische Landwirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit der staatlichen Lebensmittel- und Veterinärverwaltung, dass internationale Lebensmittelhersteller Nahrungsmittel in unterschiedlicher Qualität produzieren. Demnach werden zwei Kategorien an Verbrauchern gebildet. Slowakische Labortests ergaben, dass fast die Hälfte der Lebensmittel, die in Österreich verkauft werden, qualitativ hochwertiger seien, als die in der Slowakei. Dabei handle es sich um dieselbe Marke.

Kauft man Fischstäbchen in Österreich, dann beinhalten sie 60% Fischfleisch, kauft man genau dieselbe Marke in der Slowakei, so weisen sie nur 58% auf. Ähnliche Unterschiede hat die staatliche Lebensmittel- und Veterinärverwaltung bei einigen anderen Lebensmitteln festgestellt. Schinken besteht in der Slowakei aus weniger Fleisch, Orangensaft wiederrum aus weniger Fruchtkonzentrat. Der Chef der staatlichen Lebensmittel- und Veterinärverwaltung Jozef Bíreš erläutert:

Wir haben sowohl in Österreich als auch in der Slowakei identische Lebensmittel derselben Marke eingekauft. Insgesamt waren es 22 verschiedene Nahrungsmittel.

Unterschiede hat man fast bei der Hälfte dieser Lebensmittel gefunden. Lebensmittelhersteller sehen darin jedoch kein Problem. Sie meinen, dass auf den Lebensmitteletiketten alles wahrheitsgetreu aufgelistet sei. Es sei der starke Preisdruck, der sie zu einem Qualitätsunterschied drängt. Die Direktorin der slowakischen Lebensmittelkammer, Jarmila Hargašová, erklärt:

In Österreich liegt der Mehrwertsteuersatz für Lebensmittel bei 10%. In der Slowakei beträgt die Höhe der Mehrwertsteuer 20%. Der 10%-Satz bezieht sich in der Slowakei nur auf einen sehr kleinen Teil der Lebensmittel. Das hat zur Folge, dass die Lebensmittel logischerweise teurer werden. Doch wenn die Produkte konkurrenzfähig sein sollen, und wenn beachtet wird, dass der slowakische Käufer ein viel niedrigeres Gehalt hat, dann muss ein Weg gefunden werden, wie man sie billiger herstellen kann.

Die Slowakische Lebensmittelverwaltung möchte die Ergebnisse in Brüssel vorlegen und verlangt, dass eine unterschiedliche Lebensmittelqualität verboten wird. Eine Gesetzesänderung werden laut der slowakischen Landwirtschaftsministerin Gabriela Matečná auch Litauen, Lettland, Rumänien, Bulgarien und Tschechien unterstützen. Schließlich fügt Matečná hinzu:

Der Kunde rechnet nämlich nicht damit, dass ein und dasselbe Produkt in der Slowakei mehr chemische Farbstoffe, Süßstoffe sowie Emulgatoren aufweist und weniger Fleisch.

Quelle: RTVS

Miriam Labas, Foto: SITA

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