Renten steigen

Tagesthema

Renten steigen

20. 04. 2017 14:06

Ab Januar nächsten Jahres sollte es rund 101 Tausend Rentnern in der Slowakei finanziell besser gehen. Dafür sorgt die Novelle des Sozialversicherungsgesetzes, die die slowakische Regierung am Mittwoch verabschiedete. Ziel dieser Gesetzänderung sei es, die Ungerechtigkeit bei der Zuerkennung der Rente abzuschaffen. Mit der Novelle erhöhen sich die Renten der sogenannten „Altrentner" und „Sozialistischen Rentner". Mehr Geld bekommen Menschen, denen die Sozialversicherungsanstalt bis Ende 2003 Rente genehmigte. Ab 1. Januar 2004 war dann ein neues Gesetz gültig. Demzufolge wurden die Renten nach einer neuen Formel berechnet. Was zu den Unterschieden führte, erklärt Arbeitsminister Ján Richter: „Viele haben das als Ungerechtigkeit empfunden. Denn sie hatten das Gefühl, dass man sie unfair behandelte. Man muss dazu sagen: In vielen Fällen war es so, dass nur ein Monat reichte und es zu Unterschieden kam. Diejenigen, die im Dezember 2003 in Rente gegangen sind, hat man solidarischer behandelt als die, die erst nach dem 1. Januar 2014 Rentner geworden sind."

Kurz nach der Gesetzänderung ist auch Jozef Thuma in Rente gegangen. Sein Gehalt lag einst über dem Durchschnitt. Aber die Renten wurden nicht anhand des Verdienstes berechnet, sondern anhand des sogenannten Solidarsystems. „Alle meine Kollegen, die ein halbes Jahr später in Rente gegangen sind, also nach dem 1. Januar 2004, haben viel mehr Rente bekommen als ich. Ich kann sagen, dass es fast doppelt so viel war. Also ich fühle mich wirklich übervorteilt."

Die betroffenen Rentner, wie Herr Thuma, sollten dank der neuen Novelle ab Januar 2018 monatlich durchschnittlich 45 Euro mehr vom Staat bekommen. In den Jahren 2019 und 2020 steigt die Rente um rund 46 Euro. Diese Erhöhung sollen ungefähr 88 000 Rentner erhalten.

Für die restlichen 13 000, denen die Versicherung die Altersrente noch vor dem 1. Oktober 1988 zugesprochen hatte, soll sich die Rente um einen Festbetrag von 25,50 Euro erhöhen. Das Arbeitsministerium schlägt den Festbetrag absichtlich vor. Es fehlen Informationen über das Einkommen der betroffenen Rentner.

Das neue Gesetz sollte ab dem 31. Dezember 2017 in Kraft treten und die Kosten für die Rentenerhöhungen werden im kommenden Jahr rund 50 Millionen Euro betragen.

Quelle: TASR, SITA, RTVS

Lucia Dubravay Trautenberger, Foto: TASR

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