Ein Vierteljahrhundert selbständige Slowakei

Tagesthema

Ein Vierteljahrhundert selbständige Slowakei

02. 01. 2018 12:59

Am 1. Januar hat die Slowakei ihren 25. Geburtstag gefeiert. Seit der Trennung der Tschechoslowakei verging ein Vierteljahrhundert, was je nach Alter der Menschen ganz anders wahrgenommen wird. Premier Robert Fico zufolge liege etwa für die junge Generation der gemeinsame Staat von Tschechen und Slowaken tief in der Vergangenheit. Die selbstständige Slowakei wird von ihnen als etwas Selbstverständliches wahrgenommen. Von zynischen Stimmen könne man hören, dass die Trennung wenig dramatisch verlief und man damit keine starken Emotionen verbinde. Doch es sei laut Fico ein Fehler der politischen Eliten, dass sie nicht oft genug auf die friedliche Art der Entstehung der selbständigen Republik aufmerksam machten. In seiner Ansprache zum 25. Jahrestag der Entstehung der Slowakischen Republik hob Fico aber hervor, dass die Trennung der Föderation nicht mehr die Gesellschaft trenne. Als eine Erfolgsgeschichte sieht die letzten 25 Jahre der EU-Vizekommissar für die Energieunion, Maroš Šefčovič: „Mit einem Abstand von 25 Jahren kann man sehr wohl sagen, dass es für die Slowaken ein sehr erfolgreiches Vierteljahrhundert gewesen ist. Wir haben gelernt, in einer Demokratie zu leben, auch wenn es am Anfang nicht einfach war. Später sind wir jedoch der EU und der NATO beigetreten. Nun sind wir als das einzige Land in der Region ein Mitglied der Eurozone, unsere Bürger und vor allem die Jungen können sich in Europa im Rahmen des Schengen-Raumes frei bewegen. Es ist eine ganz andere Situation als vor 20 Jahren. Damals haben wir uns eher mit unseren östlichen Nachbarn verglichen, nun versuchen wir mit den Besten unter den hochentwickelten Ländern Schritt zu halten."

Die Trennung der Tschechoslowakei führte vor 25 Jahren zu einer starken Polarisierung der Gesellschaft, da ein beträchtlicher Teil der Bürger damit nicht einverstanden war. Mit der Zeit verschwand allerdings die öffentliche Debatte über diesen Schritt und die Selbständigkeit wird quer durch das politische Spektrum überwiegend positiv bewertet. Wenig überraschend war die Slowakische Nationalpartei ein starker Befürworter der selbstständigen Slowakei. Ihr jetziger Vorsitzender und gleichzeitig Vorsitzender des Nationalrates, Andrej Danko, zeigt sich über die Entwicklung erfreut, doch als Bürger sei er mit bestimmten Bereichen der Staatverwaltung nicht zufrieden: „Sehr oft muss ich feststellen, dass die Prozesse in der Staatsverwaltung sehr träge verlaufen, dass es dort große bürokratische Barrieren gibt. Man sucht nach Argumenten, warum etwas nicht gemacht werden kann, anstatt es zu machen. Dies erleben auch die Bürger in alltäglichen Situationen. Der Staat muss aufwachen und die Verwaltung besser organisieren."

Wie Danko bemerkt, seien weitere Reformen notwendig, damit die Bürger nicht zum Schluss kommen, dass ihre Steuern ins Leere laufen.

Quelle: TASR, RTVS


Juraj Pavlovič, Foto: TASR

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