Kohleabbau in der Slowakei soll gedrosselt werden

Tagesthema

Kohleabbau in der Slowakei soll gedrosselt werden

03. 01. 2018 13:11

Um die Klimaziele und einen schnelleren Übergang in ein kohlefreies Wirtschaften zu erreichen, muss man in der EU mit einem schrittweisen Rückbau der Kohleförderung rechnen. Dies sagte der slowakische Wirtschaftsminister Peter Žiga. Ihm zufolge wird Kohle in 41 Regionen in 12 EU-Ländern gefördert. In dieser Branche seien EU-weit etwa 185.000 Menschen beschäftigt: Man muss sagen, dass diese Frage nicht nur die Slowakei betrifft. Eine der Bedingungen für den Übergang in eine kohlefreie Wirtschaft ist es, den Kohleabbau in der EU schrittweise zu drosseln."

Žiga machte darauf aufmerksam, dass der Vertrag über Kohleförderung zwischen den Slowakischen Elektrizitätswerken und dem Slowakischen Wirtschaftsministerium bis 2030 gültig ist. Laut dem Minister wurde eine Diskussion mit der EU darüber gestartet, was eine eventuelle Verkürzung dieser Frist für die Slowakei bedeuten würde. In der Slowakei werden die Änderungen vor allem eine Region stark betreffen - und zwar die mittelslowakische Region Horná Nitra. Hier arbeiten direkt in den Bergwerken etwa 4.000 Menschen, eine Drosselung der Kohleförderung würde hier jedoch weitere 12.000 Arbeitsstellen betreffen. Das Wirtschaftsministerium diskutiert zurzeit mit der EU darüber, wie ungenutzte Gelder aus manchen Operationsprogrammen beispielsweise für den Bau von Infrastruktur verwendet werden könnten. Der Bau von Straßen in der Region Horná Nitra könnte nämlich die Mobilität der Arbeitskräfte erhöhen.

Der Wirtschaftsminister informierte, dass der Staat auch eine Erweiterung des Industrieparks in dieser Region unterstützen wolle, um neue Investitionen anzuziehen. Das Bergbauunternehmen Hornonitrianske bane Prievidza beschäftigt sich neben dem Bergbau auch mit dem Maschinenbau. Der Rückbau des Bergbauwesens sollte so möglichst wenige Arbeitnehmer betreffen. Diesen solle man laut Žiga jedoch erst 2022 starten, wenn eine neue Transformatorenstation in Bystričany fertiggstellt wird und das Wärmekraftwerk Nováky eingestellt werden kann. Bis zu diesem Datum sei das Kraftwerk für eine Stabilisierung des Stromnetzes nötig.


Quelle: TASR

Jana Hrbeková, Foto: TASR

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