Slowakei als Magnet für Investoren

Tagesthema

Slowakei als Magnet für Investoren

04. 01. 2018 12:37

Nach der Samtenen Revolution ist die Slowakei attraktiv für Investoren geworden. Der Fall des Eisernen Vorhangs bedeutete für das Land die Öffnung zu internationalen Märkten. Das Land konnte vor allem mit billigen Arbeitskräften, seiner zentralen Lage und einer guten Infrastruktur punkten. Eine große Motivation stellte auch die Regierung dar. Sie unterstützte Investoren durch verschiedene Zuschüsse, weshalb sie auch oft von großen Teilen der Gesellschaft kritisiert wurde. Andererseits erinnern sich die Kritiker weniger daran, wie viele Arbeitsplätze dadurch entstanden und was der Staat an Steuern gewann.

Zu einem der größten Investoren zählte im Jahr 1991 der deutsche Konzern Volkswagen. Er entschloss sich, in der Nähe von Bratislava eine Produktionshalle zu bauen. Es waren damals 112 Arbeiter, die dort das erste Auto - einen Volkswagen Passat - fertigten. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von VW Slovakia, Jozef Uhrík, wurde Anfang 90er Jahre zum Bevollmächtigten der Regierung für die Umwandlung der Rüstungsindustrie und den Ausbau der Automobilindustrie in der Slowakei. Man wusste schon in den Jahren 1987 und 1988, dass mit der Rüstungsindustrie die angestrebte Entwicklung nicht möglich sein wird. Deshalb wollte man die Struktur der Industrie ändern.

Geht es nach Uhrík, ist der Schlüssel zum Erfolg der Slowakei in der Automobilindustrie das Lieferantennetzwerk: „Die finale Produktion zu organisieren, ist das Einfachste. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Automobilindustrie ihre Regeln hat. Nicht nur die Lohneinsparungen sind entscheidend, denn wenn es zu dem Lohnzuwachs kommt, müssen wir es anders kompensieren. Es war wichtig zu erreichen, dass die Lieferungen für die finale Produktion nicht aus Spanien oder Deutschland kommen, sondern damit ein wichtiger Teil der Produktion in der Slowakei sitzt."

Zwei Jahrzehnte später wurde der Konzern zum größten Arbeitgeber in der Slowakei und zum Motor der slowakischen Wirtschaft. Heutzutage arbeiten dort fast 13.000 Menschen. Das Unternehmen ist gleichzeitig der größte Investor und Exporteur im Land. Seit 1991 hat VW Slovakia mehr als fünf Millionen Autos produziert.

Das Stahlwerk U.S. Steel in Košice war lange Jahre die Nummer eins auf dem slowakischen Markt und zugleich der größte Arbeitgeber. Bis ihn VW Slovakia überholte. Es ist bereits 18 Jahre her, seit der ehemalige Ministerpräsident, Mikuláš Dzurinda, über den Einstieg des amerikanischen Investors in das ostslowakische Stahlwerk informierte. Durch diesen Schritt wurde aus einem krisengeschüttelten Betrieb ein florierendes Unternehmen.

Quelle: TASR, Hospodárske noviny


Naďa Vojtková, Foto: TASR

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