Österreichische Außenministerin auf Antrittsbesuch in Bratislava

Tagesthema

Österreichische Außenministerin auf Antrittsbesuch in Bratislava

10. 01. 2018 13:55

Die österreichische Außenministerin Karin Kneissl hat am Dienstag Bratislava besucht. Empfangen wurde sie bei ihrem ersten offiziellen Besuch in ihrer neuen Funktion von Ivan Korčok, dem Staatssekretär im slowakischen Außenamt. Korčok führt zurzeit einen Teil der Amtsgeschäfte von Außenminister Miroslav Lajčák, der aktuell auch Präsident der UN-Generalversammlung ist.

Im Rahmen ihrer Gespräche würdigten sowohl Kneissl als auch Korčok das hohe Niveau der bilateralen Beziehungen. Korčok wertete es auch als Zeichen der Würdigung der hervorragenden wirtschaftlichen Zusammenarbeit, dass Kneissl gerade Bratislava als Ziel ihres Antrittsbesuchs wählte. Den einzigen Streitpunkt in den Gesprächen bildete wie erwartet die geplante Anpassung der österreichischen Familienbeihilfe für ausländische Arbeitnehmer an die Lebenskosten in ihren Heimatländern. Wie Korčok betonte, handle es sich dabei um ein großes Thema in der Slowakei, das viele Menschen betreffe. Deshalb erwarte man von Österreich, in dieser Angelegenheit prinzipiell nicht diskrimiert zu werden. Kneissl unterstrich wiederum, dass die Familienbeihilfe kein Teil des Gehalts sei und ausdrücklich der Kinderversorgung in jenem Land gelte, in dem man wohne. Zuerst sei es daher wichtig, für klare Verständigung zu sorgen, betonte Kneissl: „Es gilt hier seitens unserer Ebene, die Türen zu öffnen, die Dinge anzusprechen, im Sinne vielleicht von Missverständnissen, offenen Fragen."

Dabei sollen Gespräche zwischen den betreffenden Ressorts der beiden Länder Klarheit schaffen, so Kneissl. Einen weiteren zentralen Punkt in den Gesprächen stellte die Weiterentwicklung der Verkehrsverbindungen zwischen Österreich und der Slowakei dar. Laut Korčok gelte es dabei vor allem, die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene weiter zu stärken. In einem solchen Kontext sei es auch in der Vergangenheit schon oft gelungen, die jeweiligen Interessen und Probleme der Partner besser zu verstehen.

Nach den Gesprächen mit Korčok traf Kneissl noch mit Miroslav Lajčák in dessen Funktion als Präsident der UN-Generalversammlung zusammen. Abschließend wurde die österreichische Außenministerin auch von Präsident Andrej Kiska empfangen.

Kneissl reiste übigens mit dem Pendlerzug von ihrem Wohnort Gramatneusiedl bei Wien nach Bratislava. Sie unterstrich damit die Nähe der beiden Hauptstädte und die Potentiale einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Nachbarländern.

Quelle: TASR


Jürgen Rendl, Foto: TASR

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