Europäische Kommission kritisiert Mängel bei Ausbildung

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Europäische Kommission kritisiert Mängel bei Ausbildung

09. 03. 2018 13:52

Die slowakische Wirtschaft wächst weiterhin schnell. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Jahr 2017 um 3,4 Prozent. Laut Prognosen soll es im Jahr 2018 um 4 Prozent zulegen und 2019 um 4,2 Prozent. Diese Angaben stehen im sogenannten Europäischen Semester, das am Mittwoch die Europäische Kommission veröffentlichte. Das Dokument beinhaltet eine Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Situation in den EU-Mitgliedsländern. Gemäß der Analyse werde 2018 das Defizit der öffentlichen Finanzen in der Slowakei um ein Prozent BIP sinken. Die Kommission betonte in der Analyse, dass die positive Wirtschaftsentwicklung in der Slowakei eine Chance für die Lösung der verbleibenden Strukturprobleme sein könne. Langfristige Mängel gebe es bei der Vermittlung von Arbeit für benachteiligte Gruppen, in der Ausbildung, der gesundheitlichen Versorgung und im Kampf gegen Korruption. Ein Motor des Wirtschaftswachstums soll in den nächsten zwei Jahren vor allem die Beschleunigung des privaten Verbrauchs sein. Die werde mit der zunehmenden Beschäftigung sowie einem Anstieg der Gehälter zusammenhängen. Die Europäische Kommission erwartet, dass auch private und öffentliche Investitionen deutlich wachsen werden. Immer wichtiger für das Wirtschaftswachstum soll die ausländische Nachfrage sein, vor allem infolge der Erweiterung von Herstellungs- und Exportkapazitäten im Produktionssektor.

Die Kommission stellte ebenso eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt fest, wo die Beschäftigungsquote im dritten Quartal des Vorjahres auf 71,2 Prozent stieg und die Arbeitslosigkeit auf 8,1 Prozent sank. Mittelfristig wird eine weitere Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt erwartet. Die Entwicklung werde durch die Zahl der Langzeitarbeitslosen, begrenzte Arbeitsmöglichkeiten für benachteiligte Bevölkerungsgruppen, eine niedrige Mobilität und große regionale Unterschiede gebremst. Der Arbeitsmarkt ist ebenso durch einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in einigen Wirtschaftsbranchen gekennzeichnet.

Fortschritte, die die Slowakei im Einklang mit den Empfehlungen der Europäischen Kommission von 2017 erreichte, könne man in mehreren Bereichen beobachten: in einer besseren Kosteneffizienz bei der gesundheitlichen Versorgung, bei der Einführung von Maßnahmen für benachteiligte Gruppen oder bei einer Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten für Frauen. Ebenso werde eine Senkung des Verwaltungsaufwandes für Firmen positiv wahrgenommen. Schlechtere Ergebnisse sieht die Kommission bei einer Verbesserung der Qualität der Ausbildung, bei der Bildung der Roma, bei der Verbesserung des Wirtschaftswettbewerbs, der Transparenz bei der öffentlichen Vergabe und beim Justizsystem. Laut der Kommission wurden keine Fortschritte im Kampf gegen Korruption gemacht.

Quelle: TASR

Jana Hrbeková Foto: TASR

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