Kiska kandidiert nicht erneut für Präsidentenamt

Tagesthema

Kiska kandidiert nicht erneut für Präsidentenamt

16. 05. 2018 13:11

Präsident Andrej Kiska hat am Dienstag bekanntgegeben, er wolle bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr nicht wieder für sein Amt kandidieren. Er habe mit seiner Politik viel Zustimmung geerntet, sei allerdings auch oft für seine politischen Konfrontationen kritisiert worden, so das Staatsoberhaupt in seiner Stellungnahme. Seiner Ansicht nach sei es besser, wenn das Amt des Präsidenten nicht durch derartige Konfrontationen belastet werde. Aus der Politik zurückziehen wolle sich Kiska jedoch nicht. Seine weiteren Pläne werde er allerdings erst nach den Kommunalwahlen im November bekanntgeben. Damit wolle er auch zum Beginn einer neuen politischen Era in der Slowakei beitragen, so Kiska: „Damit ich jene zusammenbringen kann, die nicht nur gewillt, sondern auch fähig sind, verantwortungsvoll und anständig zu regieren."

Ministerpräsident Peter Pellegrini gab an, er respektiere Kiskas Entscheidung und wünsche ihm viel Glück für seine weiteren Schritte. Außerdem freue er sich auf den Wettkampf neuer Kandidaten, die sich im nächsten Frühjahr um die Gunst der Wähler bemühen werden. Der Vizevorsitzende von Most-Híd, Andrej Hrnčiar, zeigte sich vor allem angesichts der großen Unterstützung Kiskas von dessen Entscheidung überrascht. Ginge es nach ihm, würde Kiska im nächsten Jahr bestimmt wieder gewählt werden.

Nur eine Stunde nach Kiskas Pressekonferenz gab der Rechtswissenschaftler und SaS-Mitgründer Róbert Mistrík offiziell bekannt, er wolle als unabhängiger Kandidat bei den nächsten Präsidentschaftswahlen antreten. Bereits zuvor haben die Rechtsanwältin Zuzana Čaputová, der Unternehmensberater Radovan Znášik, der Sicherheitsanalytiker Juraj Zábojník sowie der Politologe und Pädagoge Eduard Chmelar ihr Interesse am Präsidentenamt bekundet. Außerdem soll auch der Richter des Obersten Gerichtshofs, Štefan Harabin, eine Kandidatur für die Position des Staatoberhaupts erwägen.

Quelle: TASR


Jürgen Rendl, Foto: TASR

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