25 deutsche Geschichten in Bratislava

Tagesthema

25 deutsche Geschichten in Bratislava

10. 08. 2018 12:21

Das Museum der Kultur der Karpatendeutschen hat die neue Ausstellung „In zwei Welten - 25 deutsche Geschichten" in der Žižkova-Straße in Bratislava eröffnet. An der Eröffnung nahm auch der deutsche Botschafter in der Slowakei Joachim Bleicker teil. Bei der Ausstellung handelt es sich um ein Projekt von deutschen Minderheiten über deutsche Minderheiten. In Ost- und Mitteleuropa sowie in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion leben derzeit eineinhalb Millionen Mitglieder der deutschen Minderheit, so der Direktor des Museums der Kultur der Karpatendeutschen Ondrej Pöss:„Die größte deutsche Minderheit lebt in Russland, 400.000 bis 500.000 Menschen. In Polen sind es 300.000 und in Ungarn 180.000 Menschen. In anderen Ländern ist die Zahl deutlich niedriger. In der Slowakei leben nach unseren Schätzungen 10.000 bis 12.000 Angehörige der deutschen Minderheit. Der Karpatendeutsche Verein in der Slowakei, der die deutsche Minderheit vertritt, hat mehr als 4.000 Mitglieder. Sie sind in Regionen vereint, wo Karpatendeutsche in größerer Zahl gelebt haben und wo ihre Nachkommen bis heute leben - in Pressburg und deren Umgebung, im Hauerland in der Mittelslowakei und in der ostslowakischen Region Zips."

In der Vergangenheit siedelten sich Deutsche in östlichen Teilen Europas an. Die Minderheiten seien ebenso durch die Änderung von Grenzen oder gezielte Auswanderungen entstanden, ergänzt Pöss.

Anhand von sechs interaktiven Boxen erfährt man mehr über die Kunst, Medien, Jugend, Traditionen, Sprachpflege oder Religion der deutschen Minderheiten. In der Ausstellung werden deutsche Minderheiten aus verschiedenen Regionen vorgestellt und es wird auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufmerksam gemacht. Informationen über die Siedlungsgeschichte und Tätigkeit der Minderheitenverbände sind ebenso zu finden. Neben Texten erwarten die Besucher Landkarten, Diagramme, historische Dokumente, Bücher, Zeitungen oder Videos.

Hinter dem Ausstellungsprojekt steht die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) in der Föderalistischen Union europäischer Nationalitäten (FUEN). Gefördert hat es das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Seit der ersten Präsentation im Herbst 2017 in Berlin wurde die Ausstellung in einigen europäischen Ländern vorgestellt. In Bratislava kann man sie sich bis zum 2. September ansehen. Danach zieht sie weiter nach Polen.

Quelle: TASR


Naďa Vojtková, Foto: TASR

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