Kinderheime werden Zentren für Kinder und Familie

Tagesthema

Kinderheime werden Zentren für Kinder und Familie

07. 01. 2019 13:32

Das Arbeitsministerium hat die Einrichtung von Kinder- und Familienzentren vorgeschlagen. Diese sollen die Funktionen der heutigen Kinderheime, Krisenzentren und Resozialisierungseinrichtungen für Drogenabhängige unter einem Dach vereinen. Damit soll die Qualität der Dienstleistungen erhöht und Hilfsbedürftigen eine effektivere Unterstützung geboten werden. Laut der Nichtregierungsorganisation „Úsmev ako dar" - „Ein Lächeln als Geschenk" - könnte dies auch dazu beitragen, Familien zusammen zu halten, sodass Kinder nicht mehr in Kinderheimen landen müssen.

Wie Jozef Mikloško, der Präsident der Vereinigung „Ein Lächeln als Geschenk" sagte, liege die größte Veränderung in diesem Jahr darin, dass es nicht mehr Kinderheime, sondern Zentren für Kinder und Familien geben wird. Vorläufig gehe es nur um eine Namensänderung, allmählich werde jedoch das gesamte System verändert werden. Und gerade bei diesem Prozess wolle Mikloškos Organisation behilflich sein.

„Ein Lächeln als Geschenk" ist eine Nichtregierungsorganisation, die seit 35 Jahren ihre Vision "...dass jedes Kind eine Familie hat" auf der fachlichen Ebene in die Praxis umsetzt und fördert. In den letzten zehn Jahren gelang es ihr, 255 Familien, 469 Kindern und 218 jungen Erwachsenen zu helfen.

„Ein Lächeln als Geschenk" will auch Eltern, die sich in einer Krise befinden, Hilfe leisten, damit die Kinder zu Hause aufwachsen können. Laut Mikloško würde mindestens die Hälfte der in Kinderheimen untergebrachten Kinder nicht dort sein, wenn man mit den Familien arbeiten würde. Und gerade das will die Organisation in diesem Jahr tun. Man plant, weitere Zentren zur Wiederherstellung von Familien zu errichten, die es verhindern sollen, dass Kinder in Kinderheimen landen. Solche Zentren gibt es bislang nur in drei Städten: in Košice, Bratislava und Ružomberok.

Um Familien in einer Krise zu helfen, möchte „Ein Lächeln als Geschenk" auch ehemalige Heimkinder engagieren. Diese haben nämlich alles an eigener Haut erfahren und seien daher die besten Experten auf diesem Gebiet. Sie können ihr eigenes Leid in das Bedürfnis, anderen zu helfen, umwandeln. Und laut Mikloško sei gerade dies eine enorme Motivation und Energie, die seine Vereinigung nutzen will.

Quelle: SITA


Ľubica Tvarožková, Foto: TASR

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