Slowakei nimmt 25 Flüchtlingsfamilien auf

Tagesthema

Slowakei nimmt 25 Flüchtlingsfamilien auf

01. 12. 2015 14:12

Die Slowakei nimmt 25 christliche Flüchtlingsfamilien auf. Sie sollen in den nächsten Tagen ins Land kommen. Die ersten Monate sollen sie im Auffanglager im ostslowakischen Humenné verbringen, danach werden sie in der Selbstverwaltungsregion Nitra verteilt. Die 149 Menschen hielten sich zuvor im Flüchtlingslager im irakischen Kurdistan auf. Innenminister Robert Kaliňák:

„Alle haben eine Sicherheitskontrolle durchlaufen. Sechs Monate lang dauert ihre Eingewöhnungsphase. In dieser Zeit werden zum Beispiel auch Freiwillige ausgewählt, die diese Integration zu Ende bringen."

Eine Unterkunft erhalten die Flüchtlinge dann in privaten Wohnungen und Pfarreien in der Region Nitra. Die Flüchtlinge kommen aus dem Irak und sprechen Aramäisch, die Sprache von Jesus Christus. Peter Brekus vom Bürgerverein „Pokoj a Dobro - Pomoc utečencom" (Ruhe und Gutes - Flüchtlingshilfe):

„In den jeweiligen Gemeinden werden jeweils eine oder zwei Familien untergebracht. Sie sollen so auf eine gewisse Weise gezwungen werden, mit den Bewohnern zu interagieren. Gleichzeitig sollen sie aber auch die Verbindung zueinander erhalten, damit sie diese wertvolle biblische Sprache bewahren."

In rund zehn Gemeinden sollen die Flüchtlinge unterkommen. Dort werden bereits die ersten kritischen Stimmen laut. Der Bürgermeister der Gemeinde Výčapy-Opatov Jozef Holúbek:

„Ich habe manche Mütter bereits sagen gehört: Wenn diese Menschen zu uns kommen, haben wir Befürchtungen und schicken unsere Kinder nach Nitra in die Schule. Andere Leute haben sogar angekündigt, dass sie aufhören in die Kirche zu gehen."

Die Flüchtlinge sollen allerdings nur dort untergebracht werden, wo sie willkommen sind. Der Bischof der Diözese Nitra Viliam Judák erklärte, dass auf keinen Fall Spannungen entstehen sollen.

„Die Menschen kommen nur dorthin, wo sie freundlich aufgenommen werden."

Mit den 25 Flüchtlingsfamilien seien dem Innenminister zufolge die slowakischen Kapazitäten voll ausgelastet. Momentan sei nicht geplant noch mehr Migranten im Land aufzunehmen.

Quelle: RTVS


Katrin Litschko, Foto: AP/TASR

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