Blogger Ján Benčík erhält Europäischen Bürgerpreis 2017

Blogger Ján Benčík erhält Europäischen Bürgerpreis 2017

Der Bürgeraktivist und Blogger Ján Benčík hat den Europäischen Bürgerpreis 2017 erhalten. Zusammen mit 49 anderen EU-Bürgern bekam er die Auszeichnung, die das Europäische Parlament seit 2008 verleiht.

Seit mehreren Jahren schreibt der Blogger über slowakische Neonazis, Extremisten und Söldner, die auf der Seite der russischen Separatisten in der Ukraine kämpfen. Dafür wurde ihm bereits öfter der Tod angedroht. Ein gekaufter Soldat veröffentlichte sogar die Abbildung einer Patrone mit seinem Namen darauf. Im Internet verbreitete sich auch ein gefälschter Ausweis des ehemaligen tschechoslowakischen Geheimdienstes, auf dem der Name Ján Benčík sowie ein Foto von ihm abgebildet sind.

„Natürlich mag es niemand, wenn einem gedroht wird oder man beleidigt wird. Ich denke, ich muss darüber stehen, wenn ich das weiter machen will. Die Freude mache ich ihnen sicher nicht, dass ich damit aufhöre. Meiner Meinung nach macht es Sinn, den Menschen ihr wahres Gesicht zu zeigen."

Der Vorschlag für die Auszeichnung des Bürgeraktivisten kam von dem slowakischen Europaabgeordneten Ivan Štefanec.

„Ich habe Herrn Benčík vorgeschlagen, weil er mit seiner Tätigkeit die eigentlichen Aufgaben des Staates übernimmt. Zum Glück haben wir mehrere Bürger, die ein Beispiel dafür sind, wie man sich verhalten sollte. Man sollte sich nicht davor fürchten, bürgerliche Tapferkeit zu zeigen und Herr Benčík ist wirklich ein Beispiel dafür."

Mit dem Europäischen Bürgerpreis soll außergewöhnliches Engagement von Einzelpersonen oder Projekten geehrt werden, die das gegenseitige Verständnis und die Integration innerhalb Europas fördern. Die Auszeichnung geht an Projekte, die sich für europäische Zusammenarbeit, Solidarität und Toleranz innerhalb der Europäischen Union und darüber hinaus engagieren. Der Leiter des Informationsbüros des Europäischen Parlaments in der Slowakei Robert Hajšel:

„Es geht um das gegenseitige Verständnis zwischen den Bürgern, den Nationen und über Grenzen hinaus. So sollen Tätigkeiten unterstützt werden, die den demokratischen Dialog maßgeblich stärken."

Quelle: RTVS

Katrin Litschko, Foto: TASR