Tourismus mit sozialer Note

Tagesthema

Tourismus mit sozialer Note

11. 06. 2019 13:40

In einem Barockkastell aus dem 17. Jahrhundert im ostslowakischen Žehra leben über einhundert körperlich und geistig behinderte Menschen. Rund die Hälfte von ihnen arbeitet im sozialen Tourismus. Einer von ihnen ist Michal Leško. Er zeigt Besuchern das historische Gebäude: „Ich spreche slowakisch, aber ich habe auch kein Problem damit, ausländischen Touristen auf Englisch die Geschichte dieses Ortes zu erzählen."

Ladislav Vastuško leitet das Wohnheim der Menschen mit Behinderung in Žehra. Es ist Mitglied im Verband „Sociálny Turizmus" (Sozialer Tourismus). Dessen Motto lautet „Poznajte nepoznané" - „Lernen Sie das Unbekannte kennen". Er vereint derzeit sieben soziale Einrichtungen und setzt sich vor allem dafür ein, Barrieren zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen abzubauen. In Žehra läuft dies über den direkten Kontakt zwischen Besuchern und Bewohnern des Kastells. Ladislav Vastuško: „Alle Fremdenführer sind unsere Klienten. Sie haben vielleicht ein Handicap, dafür aber ein größeres Herz."

In einer kleinen Werkstatt stellen die Klienten Souvenirs für die Besucher her. Dabei entstehen beispielsweise hölzerne Untersetzer, Kerzen oder Magnete, die mit Abbildungen der Kulturdenkmäler vor Ort verziert sind. Štefan sitzt am Webstuhl und zeigt, wie er Teppiche herstellt: „Mit Stoffresten weben wir Teppiche. So wird uns zumindest nicht langweilig. Ein Teppich dauert zwei Tage."

Bis Ende September stehen fünf soziale Einrichtungen in der Slowakei für Touristen offen. Der Leiter des Wohnheims in Žehra Ladislav Vastuško: „Zu uns kommen Einzeltouristen, aber auch Teilnehmer von Busfahrten. Unsere Klienten sind recht aktiv. Sie gehen auf jeden zu und sind sehr kommunikativ. Das ist auch so eine Art Therapie mit der Barrieren abgebaut werden können."

Quelle: RTVS

Katrin Litschko, Foto: TASR

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