Landwirtschaftsminister zur Schweinepest: Lage ist ernst

Landwirtschaftsminister zur Schweinepest: Lage ist ernst

Die Situation bezüglich der Afrikanischen Schweinepest in der Slowakei sei ernst, weshalb das Landwirtschaftsministerium einschneidende Maßnahmen ergreifen werde. Dies teilte Ressortchef Ján Mičovský (OĽaNO) am Mittwoch in einer Presseerklärung mit: „Ich bitte in erster Linie die Jäger, den Jagdplan zu erfüllen, ihn sogar zu übertreffen, soweit es das Gesetz ermöglicht. Sonst werden wir erstmals auf dem Gebiet der Slowakei auch Streitkräfte einsetzen müssen, um die hohe Zahl der Wildschweine zu dezimieren. Doch das würden wir nur ungern tun. Die Schweinezuchtbetriebe sind jedoch sehr wichtig und wir wollen verhindern, zehntausende Ferkel töten zu müssen, falls die Pest den Schutzwall überwinden sollte."

Der Minister appellierte zugleich an Bürger, die privat Schweine halten, ihre Tiere zu schlachten. Sollten sich die Schweine anstecken, müssten sie nämlich notgeschlachtet werden und ihre Besitzer würden dafür keine Entschädigung erhalten.

Das Ressort setzt dabei auf Aufklärung. So verlegt es etwa einige Mitarbeiter der Veterinärverwaltung aus den Regionen, in denen die Seuche noch nicht diagnostiziert wurde, in die sechs am meisten gefährdeten Gebiete im Osten und Süden des Landes.

Der Leiter der Staatlichen Veterinär- und Lebensmittelverwaltung, Jozef Bíreš kündigte intensivere Kontrollen auf allen Ebenen der Schweinezucht an. Man wolle Farmen sowie kleine Tierhalter, den Transport und den Umgang mit Wildschweinen unter die Lupe nehmen. Bíreš bringt die schlechte Situation bezüglich der Afrikanischen Schweinepest in der Slowakei mit der Entwicklung in den umliegenden Ländern in Verbindung: „Die Slowakei ist das am meisten gefährdete Land. Im Osten grenzt sie an die Ukraine. Im Norden an Polen, wo sich die Afrikanische Schweinepest unglaublich schnell in Richtung unserer und insbesondere der deutschen und tschechischen Grenze verbreitet. Im Süden liegt Ungarn, das für die Slowakei momentan sehr problematisch ist."

Die autarke Versorgung mit Schweinefleisch sei hierzulande sehr niedrig. Laut Minister Mičovský erreiche sie nicht einmal 46 Prozent. Er will vermeiden, dass die Pest und das damit verbundene Keulen der infizierten Tiere diese Autarkie noch mehr senken.

Seit dem Ausbruch der Seuche Ende Juli des Vorjahres wurden in der Slowakei 222 Fälle der Afrikanischen Schweinepest bestätigt. In Ungarn erfasste man in der ersten Hälfte dieses Jahres über 3.000 infizierte Tiere.

Quelle: TASR, sppk.sk

Marika Antašová, Foto: TASR