Online-Unterricht kann die Präsenzlehre nicht ersetzen

Online-Unterricht kann die Präsenzlehre nicht ersetzen

Auch ein qualitativ hochwertiger Online-Unterricht könne aus mehreren Gründen die Präsenzlehre nicht ersetzen, so die Soziologin Marcela Šarvajcová vom Institut für Soziologie der Philosophischen Fakultät der Philosoph-Konstantin-Universität in Nitra. Seit einem Jahr findet in den slowakischen Schulen aufgrund der andauernden Corona-Pandemie Online-Unterricht statt. Die Soziologin erklärt die zahlreichen ungünstigen Faktoren dieser Lehrform, auf die nicht nur die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte, sondern meistens auch die ganzen Familien stoßen. Die Lernenden und Studierenden könnten sich nicht ausreichend und lange genug am Computer konzentrieren und die Lehrkräfte könnten auch nicht alle Fächer in gleichbleibender Qualität in die virtuelle Welt übertragen. Daraus folge, dass die Unterrichtsstunden verkürzt und die Stundenpläne reduziert würden sowie das Wissen der Schülerinnen und Schüler deutlich eingeschränkt bleibe, so Šarvajcová): „Wenn man über ein Jahr des Online-Unterrichts spricht, haben viele Schüler in dieser Zeit Kenntnisse, Wissen und Erfahrungen verloren, die wichtig für die Entwicklung ihrer Hobbys, Bedürfnisse und Interessen sind. Es ist notwendig auch über die Qualität und Quantität der erworbenen Kenntnisse zu sprechen."

Die Lehre konzentriere sich nämlich derzeit oft nur auf Schlüsselinformationen und nicht auf breitere Zusammenhänge. Der Fernunterricht wirke sich dabei auf alle Bildungsstufen aus. Vor allem an Grundschulen sind von Anfang an regionale Unterschiede sowie eine zum Teil mangelnde technische Ausstattung erkennbar. Besonders in den Zeiten der Pandemie wurde die Digitalisierung des Schulwesens zu einer großen Herausforderung. In dieser Hinsicht ist auch ein wesentlicher Fortschritt und ein großes Engagement vieler Lehrkräfte zu bemerken. Trotzdem bestünden immer noch zahlreiche Lücken im derzeitigen Bildungswesen und die aktuelle und andauernde ungünstige Situation stelle eine große Herausforderung dar.

Auch nach den Osterferien wird sich der Unterricht an den Schulen vorerst nicht verändern. An den Grundschulen und in den Kindergärten werden so die Kinder, deren Eltern ihren Beruf nicht von zuhause ausüben können, mit einem Präsenzunterricht bevorzugt, wobei die Verantwortung dafür, welche Schulen geöffnet werden und welche nicht, die Schulträger und -leiter tragen. Die Sekundarstufen und Universitäten bleiben weiterhin geschlossen.

Quelle: TASR

Johanna Mária Macová, foto: tasr