Olympijské hry 2020
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Roma Spirit Award: Engagement für ein besseres Zusammenleben

Roma Spirit Award: Engagement für ein besseres Zusammenleben

Die Gewinner in sieben Kategorien des „Roma Spirit 2020" haben ihre Preise während der zweiten Pandemiewelle erhalten - ohne Zuschauer und feierliche Zeremonie. Am letzten Freitag luden die Organisatoren alle 21 FinalistInnen nach Kežmarok ein. Im einzigartigen Ambiente der evangelischen Holzkirche fand ein Galaabend statt, bei dem die feierliche Würdigung der Persönlichkeiten und ihrer Initiativen nachgeholt wurde.

Seit zehn Jahren widmet sich Roma Spirit der Unterstützung jener, die zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der Roma in der Slowakei beitragen. Ziel ist es, eine Tradition der Wertschätzung der Arbeit für die Roma-Gemeinschaft und eine Plattform zur Präsentation positiver Beiträge zu schaffen. Organisiert wird der Roma Spirit von der Vereinigung für Kultur, Bildung und Kommunikation (ACEC). Deren Direktorin Magdaléna Rothová: „Alle machen eine wunderbare Arbeit. Bei den Taten geht es nicht darum, wer ein Roma und wer keiner ist, sondern wer bereit ist, anderen zu helfen. Wir sind sehr froh, dass wir uns durch diese Menschen inspirieren und motivieren lassen können."

In der Kategorie „Persönlichkeit" ging der Preis posthum an Vlado Oračko aus Veľká Lomnica, der vor einem Jahr bei einem Autounfall ums Leben kam. Er hat sich über viele Jahre als Aktivist in der dortigen Romasiedlung „Nový Dvor" engagiert. Den Preis nahm seine Frau Sabina entgegen: „Mein Ehemann wollte anderen Menschen helfen. Er wollte, dass die Siedlung sauber ist. Er brachte den Bewohnern bei, ihren Müll zu trennen und richtig zu entsorgen. Ich mache in den Fußstapfen meines Mannes damit weiter."

Für seine Nominierung für die „Tat des Jahres" wurde in Kežmarok auch Peter Jendrál aus Poprad gewürdigt. Er hat während der Pandemie die Quarantäne-Maßnahmen in einigen Romasiedlungen in der Ostslowakei koordiniert und habe sich dabei durch seinen besonders menschlichen Zugang ausgezeichnet. Außerdem habe er sich unermüdlich um die Kommunikation und Zusammenarbeit aller beteiligen Akteure bemüht. „Wir haben gemeinsam in Žehra, Krompachy und Bystrany gewirkt. Es war nicht einfach, aber wenn man es mit dem Herzen macht, dann geht die Arbeit wie von allein."

Der Gastgeber des Roma Spirit 2020 war die am Fuße der Hohen Tatra gelegene Stadt Kežmarok. Deren Bürgermeister Ján Ferenčák (Smer-SD) betont die vielschichtige kulturelle Tradition seiner Stadt: „Das Zusammenleben der Nationalitäten ist für Kežmarok typisch - historisch wie auch in der Gegenwart. Konkret lebten in Kežmarok sieben Volksgruppen, und die Roma sind eine davon."

Quelle: RTVS

Jürgen Rendl, foto: tasr