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Umwelt: Hochwasser unterstreicht Bedeutung der Flutgebiete

Umwelt: Hochwasser unterstreicht Bedeutung der Flutgebiete

Die starken Niederschläge in Westeuropa haben sich auch in der Slowakei ausgewirkt. In der Nacht von Montag auf Dienstag erreichten die Wasserspiegel der Donau und der March ihre Höchstwerte. Am Dienstagmorgen (20.7.) um drei Uhr maßen die Hydrologen auf der Donau im Zentrum von Bratislava 734 Zentimeter, auf der March in Bratislavas Stadtteil Devínska Nová Ves 551 Zentimeter. Obwohl bebaute Gebiete nicht vom Hochwasser bedroht wurden, standen bei diesen Werten auch einige Teile der slowakischen Hauptstadt, vor allem im Stadtteil Devín unter Wasser. In der Stadt wurde die erste Hochwasserwarnstufe ausgerufen. Seit Dienstag fällt der Pegel allmählich wieder auf beiden Flüssen. Die Stadt startete schon am Dienstag in den überfluteten Zonen Maßnahmen gegen die Vermehrung von Mücken. Die Sprecherin des Magistrats, Katarína Rajčanová:

"Mit dem steigenden Wasserspiegel der Donau und March werden die dortigen Flutgebiete überflutet und die Stechmücken finden hier nach dem Hochwasser die besten Brutbedingungen. Daher greifen wir schon jetzt in den Gebieten ein, um das Brüten vom Mücken zu minimalisieren."

Die Mückenlarven werden mit dem biologischen Insektizid BTI bekämpft. Dieses wird zurzeit im Stadtteil Devínska Nová Ves freigesetzt, im Laufe der Woche sollen Boote und Drohnen entlang der beiden Flüsse eingesetzt werden. Die Stechmücken sind in der Region eine unangenehme Plage, jedoch machen Umweltschützer auch auf die positive Bedeutung der Flutgebiete aufmerksam. Laut Viera Šefferová Stanová vom Institut für angewandte Ökologie ist zum Beispiel das Überflutungsgebiet Devínske jazero in den March-Auen ein slowakisches Unikat. Die meisten Sümpfe wurden nämlich mit der Regulierung der Flüsse und durch Entwässerung zerstört. Bei Hochwasser entsteht in Devínske jazero ein sogenannter Fluss-See, der das Wasser aufhält und so als natürlicher Schutz gegen Überflutungen wirkt. Außerdem zählen die Auengebiete entlang der March mit ihrer Artenvielfalt zu den Biotopen von europäischer Bedeutung. Auf dem Gebiet der Slowakei, Tschechiens und Österreichs erstrecken sie sich insgesamt auf der Fläche von 3.450 Hektar, was sie zum größten Auenwiesen-Komplex in Mitteleuropa macht. Sie sind die Heimat und eine bedeutende Nahrungsquelle für ein breites Spektrum von Vögeln, einschließlich mehrerer wertvoller und bedrohter Arten.

Quelle: TASR

Jana Hrbeková, foto: tasr