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Weitere Abwanderung von Pflegekräften nach Österreich befürchtet

Weitere Abwanderung von Pflegekräften nach Österreich befürchtet

Die österreichische Regierung hat im Mai 2022 eine Pflegereform vorgestellt, die auch eine Förderung der 24h-Betreuung und Erleichterungen bei der Anstellung ausländischer Pflegekräfte vorsieht. In Österreich gehen dieser Tätigkeit vor allem Menschen aus der Slowakei nach. So mag es kaum verwundern, dass man hierzulande einen alarmierenden Mangel an Pflegekräften beobachtet. Mit der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Österreich droht sich jedoch deren Abwanderung aus der Slowakei ins westliche Nachbarland weiter zu verschärfen.

Deshalb fordern Vertreter der slowakischen Sozialdienstleister die Regierung auf, diesem Trend mit entsprechenden Maßnahmen entgegenzuwirken. Denn sonst werde es hierzulande bald niemanden mehr geben, der für pflegebedürftige Menschen sorgt. Die Vorsitzende des Verbandes der Träger sozialer Dienste in der Slowakei, Anna Ghannamová: „Diese Schritte Österreichs können dazu führen, dass der slowakische Markt der Pflegeberufe ab Januar einen weiteren Aderlass erfahren wird. Als Verband haben wir einen Zehn-Punkte-Vorschlag für eine Lösung dieser Situation in der Slowakei erstellt.Und gerade in Anbetracht einiger jüngster Versprechen unserer Regierung denke ich, wir sollten dringend auch Geld für das finden, was bei uns nicht funktioniert.“

Die Situation im slowakischen Sozialwesen ist jedenfalls kritisch. Das größte Problem für die Pflegekräfte sind die niedrigen Grundgehälter. Nur dank Überstunden, Nacht- und Wochenendgeld können Mitarbeiter mehr als 1.000 Euro verdienen. In Anbetracht dessen entscheiden sich auch immer weniger junge Menschen für solche Berufe, so Dana Grafiková von der Kammer der Pflegekräfte der Slowakei: „Ein solches Arbeitspensum geht auch auf Kosten der Qualität.Die Pflegekräfte werden übermüdet, ausgebrannt und landen schließlich im Krankenstand, weil sie viel mehr arbeiten, als sie eigentlich sollten."

Für den durchschnittlichen Monatslohn einer Pflegerin in der Slowakei muss man in Österreich nur zwei Wochen arbeiten. Bereits im Juni hatte der slowakische Verband der Träger sozialer Dienste seine Vorschläge zur Verbesserung der Bedingungen in Pflegeberufen vorgelegt. Im September soll erneut mit der Regierung darüber verhandelt werden.

Quelle: RTVS

Jürgen Rendl, Foto: TASR

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