Slowakei schickt Proben zum Saatgut-Tresor auf Svalbard

Tagesthema

Slowakei schickt Proben zum Saatgut-Tresor auf Svalbard

08. 10. 2019 12:46

Weit über dem Polarkreis, auf Spitzbergen wird Saatgut von Nutzpflanzen aus der ganzen Welt tief gekühlt im Permafrost gelagert. Der Saatgut-Tresor auf Svalbard dient zur langfristigen Lagerung einer Mindestanzahl von Saatkörnern der zur Ernährung wichtigsten Lebensmittel wie Reis, Mais, Weizen, Kartoffeln, Früchte, Nüsse oder Wurzelgemüse. In wenigen Tagen sollen auch 630 Samen von slowakischen Kulturpflanzen die Sammlung auf der norwegischen Insel bereichern.

Die größte Saatgut-Sammlung in der Slowakei wurde 1996 gegründet, befindet sich in Piešťany und enthält mehr als 20.000 Samenproben. Es handelt sich allesamt um Kulturpflanzen, das heißt jene, die zu Nutzzwecken angebaut werden. Wie der Leiter der Sammlung, Martin Gálik, erklärt, lagert man dort die Samenproben auf zweifache Weise: „Die aktive Sammlung besteht aus Proben, die den Forschern oder Züchtern zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es hier eine Basissammlung wo die Proben langfristig gelagert werden."

Um die Artenvielfalt und Lebensmittelsicherheit besser aufbewahren zu können, wandert ein Teil der Sammlung aus Piešťany nun nach Svalbard. Verpackt in einer speziellen Alufolie und in wasserdichten Boxen sollen die Samen, falls nötig, auch in einer weit entfernten Zukunft wieder angebaut werden können. Geht es nach René Hauptvogel, einem Experten von der Saatgut-Sammlung in Piešťany, ist in der Auswahl ein breites Spektrum an slowakischen Kulturpflanzen präsent: „Es sind dort Getreidekulturen wie Weizen oder Gerste zu finden. Aber auch Hülsenfrüchte wie Bohnen Platterbsen oder Erbsen. Außerdem haben wir uns auch für weniger bekannte und seltener angebaute Pflanzen entschieden, wie etwa den Buchweizen."

Auf Svalbard werden gegenwärtig in den Lagerhallen bei minus 18 Grad Celsius rund eine Million Proben aus der ganzen Welt aufbewahrt. Die Lagerhallen sind so konzipiert, dass selbst bei einem Stromausfall die Innentemperatur mindestens 200 Jahre lang nicht ansteigen sollte. Außerdem befinden sich die Räumlichkeiten 130 Meter über dem aktuellen Meeresspiegel und sollen somit auch bei einem drastischen Meeresspiegelanstieg durch den Klimawandel unversehrt bleiben.

Quelle: RTVS

Juraj Pavlovič, Foto: Wikimedia/Miksu

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